Schweizer Dialekt-Musical
nach Johann Nestroy und Arthur Müller
Liedertexte von Franz Odermatt und Rolf Neff
Musik von Peter Tschudi
Das Spiel um Geld oder Liebe
–
immer aktuell
–
feinsinnig, parodistisch und witzig
Als Kammermusical auf kleinen Bühnen
oder als grosses Musical spielbar
Die Entstehung des Werkes
Johann
Nestroy
schuf
die
Zauberposse
mit
Gesang
(Musik
von
Adolf
Müller)
«Der
böse
Geist
Lumpazivagabundus
oder
Das
liederliche
Kleeblatt»
als
17.
von
über
80
Bühnenwerken
1833
in
Wien.
Das
Stück
basiert
auf
der
Erzählung
von
Karl
Weisflog
«Das
grosse
Los»
von
1827.
Nestroy
spielte
selbst
den
Schuster
Knieriem.
Arthur
Müller
machte
eine
Mundartbearbeitung
und
inszenierte
1950
in
Luzern
auch
selbst
die
Schweizerdeutsche
Erstaufführung
dieses
Werkes.
Die
Rahmen-
handlung
im
Feenreich
reduzierte
er
auf
ein
Treffen
der
Wettpartner
Lumpazi
und
Amarosa
auf
der
Erde
und
schuf
einige
gelungene
neue
Szenen
und
Rollen,
zum
Beispiel
die
Schuldeneintreiber
im
6.
Bild
oder
den
Landjäger
und
seine
Frau
im
8.
Bild,
überhaupt
den
ganzen
Schluss.
Auch
die
Müllersche
Fassung
enthält ein paar Lieder (Musik von Josef Hügi).
Franz
Odermatt
inszenierte
die
Fassung
von
Arthur
Müller
1962
mit
der
Jung-
mannschaft
in
Cham.
Er
wollte
aber
mehr
und
andere
Lieder.
Ein
Musical
sollte
es
werden
mit
Chor,
Ballett
und
Orchester.
Dafür
schuf
er
eine
zusätzliche
Rahmenhandlung,
wo
an
einer
Dorfchilbi
ein
Drehorgelmann
die
Moritat
vom
Lumpazivagabundus
zum
Besten
gibt.
Den
Moritatensänger
spielte
er
selbst.
Die neuen Liedertexte verfasste er zusammen mit
Rolf Neff.
Peter
Tschudi
komponierte
die
neue
Musik
für
ein
16köpfiges
Orchester.
Nach
den
erfolgreichen
Chamer
Aufführungen
befasste
er
sich
in
Wien
eingehend
mit
Nestroy
und
dessen
Originalversion,
überarbeitete
und
ergänzte
Text
und
Musik
und
rückte
einige
Details
wieder
näher
an
Nestroys
Original
heran.
Diese
Fas-
sung
wurde
1969
und
1970
mit
einem
auf
6
Personen
reduzierten
Orchester
und
grossem
Erfolg
in
Zug
gespielt
und
14
Lieder
auf
Schallplatten
gepresst.
Im
Herbst
2006
entschloss
sich
Peter
Tschudi,
seine
früheren
Werke
auf
dem
Com-
puter
ins
Reine
und
in
eine
endgültige
Fassung
zu
schreiben.
Seit
Sommer
2007
liegt
das
Musical
erstmals
als
gedrucktes
Aufführungsmaterial
vor,
die
Rechte
erwarb der Theaterverlag Elgg in Belp
www.theaterverlage.ch
D
ie Handlung
1.
Bild
(fakultativ*)
Jahrmarkt
auf
einem
Dorfplatz,
wo
auch
der
Moritatensänger
Tschuppo auftritt.
Zwischenspiel
(*oder
1.
Bild)
Tschuppo
singt
die
Moritat
vom
bösen
Geist
Lumpazivagabundus.
Dieser
schliesst
mit
der
guten
Fee
Amarosa
eine
Wette
über
drei
Handwerksburschen
ab:
Wer
innert
zwei
Jahren
zwei
von
ihnen
auf
seine
Seite
bringt,
soll
auch
den
dritten
haben.
Darauf
treffen
sie
die
Drei
auf
dem Weg in die nahe Stadt. Lumpazi will ihnen auf den Fersen bleiben.
2.
Bild
Im
Wirtshaus
prahlt
der
Wirt,
bei
der
morgigen
Ziehung
das
grosse
Los
zu
gewinnen,
und
gewährt
den
Dreien
gratis
Unterkunft.
Holzme
erzählt
von
seiner
unglücklichen
Liebe
zu
Netti,
Flick
von
seinen
Frauen-Abenteuern
und
Läderach von Astronomie und seinem ewigen Durst.
3.
Bild
Im
Nachtlager
finden
Flick
und
Rösli
ersten
Gefallen
an
einander.
In
der
Nacht
flüstert
Lumpazi
jedem
eine
Glückszahl
in
den
Traum.
Beim
Erwachen
gibts
eine
kurze
Aufregung
um
die
geträumte
Nummer
und
das
für
das
Glückslos
benötigte Geld.
4.
Bild
Schliesslich
gelingt
es
den
Dreien,
das
Glückslos
von
Lumpazi
zu
kaufen
und
damit
den
Haupttreffer
zu
erzielen.
Amarosa
ahnt
nichts
Gutes.
Bevor
jeder
seines
Weges
geht
vereinbaren
sie,
sich
in
einem
Jahr
in
Luzern
bei
Meister
Hobelma zu treffen.
5.
Bild
Holzme
trifft
bei
Meister
Hobelma
in
Luzern
just
am
Tage
einer
Hochzeit
ein,
wo
Lumpazi
als
Koch
arbeitet.
Nach
Missverständnissen
und
Verwirrung
findet Holzme aber doch sein Glück mit Netti.
6.
Bild
Flick
lebt
auf
grossem
Fuss
in
einer
Villa.
Lumpazi
führt
ihm
drei
zwei-
felhafte
Damen
zu.
Aber
das
Geld
ist
schon
lange
ausgegangen.
Schliesslich
räumen
die
Gläubiger
die
ganze
Wohnung
aus
und
beenden
die
falsche
Pracht.
7.
Bild
Ein
Jahr
nach
dem
Losgewinn
treffen
Flick
und
Läderach
total
verlumpt
zur
Jahrzeit
ein.
Holzme
verspricht
ihnen
zu
helfen,
wenn
sie
ordentlich
und
ar-
beitsam
werden.
Für
Läderach
lohnt
sich
das
nicht
mehr,
weil
bald
ein
Komet
die
Erde
treffe,
und
dann
sowieso
alles
futsch
sei.
Amarosa
bittet
Netti,
bei
Flick
und Rösli etwas nachzuhelfen, doch Läderach zieht Flick mit sich fort.
8.
Bild
Nach
einem
weiteren
Jahr
landen
Flick
und
Läderach
wieder
am
Ort
des
Losgewinns.
Flick
sehnt
sich
nach
Rösli
und
geregeltem
Leben.
Lumpazi
muss
handeln:
Der
Dorfpolizist
soll
die
beiden
verhaften.
Lumpazi
gerät
jedoch
selbst
in
die
Paragrafenmühle
und
ins
Gefängnis.
Als
Rösli
aus
dem
Wirtshaus
tritt,
ist’s
um
Flick
geschehen.
So
endet
die
turbulente
Geschichte
mit
einer
Verlobung
und Amarosas Gewinn der Wette.
D
ie Musik
Die
Musik
von
Peter
Tschudi
ist
eingängig,
melodisch
direkt
und
ohne
Kitsch,
und
kann
von
guten
Amateuren
mit
etwas
Gespür
für
leichten
Swing
gespielt
werden.
Profis
mit
Improvisationstalent
können
ihre
Stimme
auch
selbständig
anreichern.
Die
Lieder
sind
in
normalen
Tonlagen
für
singbegabte
Theaterleute
gut
machbar.
Gewisse
Stellen
können
auch
parlando
(halb
singend,
halb
sprechend)
aus-
gedrückt werden.
Das Orchester (6 Personen)
B-Klarinette,
Violine,
Bassgeige,
Harmonium
(oder
Akkordeon)
=
Direktions-
stimme, Klavier und kleines Schlagzeug
Die 26 Musiknummern
2 Ouvertüren [1, 18]
6 Nachspiele [8a, 11a, 4a, 17a, 22, 26a]
5-teilige Moritat (= Ballade) [3, 12, 14, 19, 23]
9 Lieder [4, 5, 8, 9, in 11, 15 (von Giuseppe Verdi), 16, 20, 25]
2 Duette [21, 24]
5 Szenen [6, 7, 10, 11, 17]
1 Ballett (oder Pantomime) [13]
2 Chöre mit Ballett [2, 26] (fakultativ)
Ein paar Müsterchen zum Hineinhören
Die
Kurzausschnitte
aus
der
Schallplatte
des
Theaters
in
der
Altstadt
Zug
von
1969
vermitteln
einen
Eindruck
des
Musik-Stils,
sind
aber
mit
der
heutigen
ver-
besserten Instrumentierung nicht identisch.
Einfach in die Titel klicken:
Die
CD
der
Schallplatte
von
1969,
14
Nummern,
Spieldauer
35
Min.,
kann
bei
lumpazimusical@bluewin.ch
bestellt
werden.
Preis
Fr.
15.–
inkl.
Versand.
Lieferung mit Einzahlungsschein.
Bitte Adresse nicht vergessen!
D
ie Besetzung und Spieldauer
Als
Kammermusical:
Minimalbesetzung
mit
Doppelrollen
für
kleinere
Theater-
gruppen
oder
in
Kleintheatern
mit
Weglassung
des
1.
Bildes
und
ohne
Chor
und
Ballett
=
10–11
Männer
und
6–7
Frauen
(je
nachdem,
wer
die
Moritat
singt,
ein
Drehorgelmann
Tschuppo
oder
eine
Drehorgelfrau
Tschuppa),
plus
das
6köpfige
Orchester. (Siehe Besetzungsliste unten)
Als
normales
Musical:
19
Männer,
15
Frauen,
1
Moritatensänger/in,
6
Musi-
ker/innen
und
nach
Belieben
noch
etwas
Volk
auf
der
Chilbi,
im
Wirtshaus
und
im Finale.
Als
grosses
Musical:
19
Männer,
15
Frauen,
1
Moritatensänger/in,
Chor,
Ballett,
Orchester.
In
Vollbesetzung
können
die
35
Rollen
beliebig
mit
Chor,
Ballett
und
Statisten
ergänzt
werden.
Wer
dazu
mit
grossem
Orchester
aufwarten
will,
muss
es allerdings selbst instrumentieren.
Besetzungsliste
In die Abbildung klicken zum Herunterladen der PDF-Datei
Spieldauer
ca. 3 Stunden
Bisherige Aufführungen
1962: 10 Aufführungen in Cham
Vollversion mit Chor und Ballett
Uraufführung am 16.
Februar 1962 im Kreuzsaal Cham
danach 7 geplante und 2 Extra-Aufführungen
Inszenierung Franz Odermatt
Musikalische Leitung Peter Tschudi
Choreografie Susy Merz
Bühnenbild Dieter Schmitz
Jungmannschaft Cham-Hünenberg
Musical-Orchester Cham (16 Personen)
1969 und 1970: 25 Aufführungen in Zug
als Kammermusical ohne 1.
Bild, ohne Chor und Ballett
Première am 18.
April 1969 im Theater in der Altstadt Zug
danach 10 geplante und 4 Extra-Aufführungen
Wiederaufnahme am 9.
Januar 1970 mit 10 Aufführungen
Inszenierung Franz Odermatt
Musikalische Leitung Peter Tschudi
Bühnenbild Alois Rasser
Offene Theaterwerkstatt der Pfadiabteilung St.
Michael Zug
Ad hoc Orchester (6 Personen)
Und so lachte das Publikum 1969:
7. Bild: Jahrzeit bei Hobelma
Läderach
hat
nur
noch
das
Schnapstrinken
im
Kopf.
Holzme
gibt
ihm
eine
letzte
Chance.
Mit
einem
Glas
Schnaps
und
einer
Hunderter-Note
auf
dem
Tisch
lässt
er
ihn
eine
Viertelstunde
allein.
Rührt
Läderach
in
dieser
Zeit
das
Glas
nicht
an,
so
sind
die
hundert
Franken
sein,
im
andern
Fall
hat
er
sein
Gastrecht
hier
ver-
spielt.
Oha!
Jetz
hed’s
gschället!
–
Schueni,
Schueni,
do
gheisch
nid
ine!
–
Hundert
Franke!
Das
gid
–
grob
grächnet
–
175
Güx!
–
(schaut
zum
Glas)
–
Nänäi,
chasch
jetz
blinzle
wie’d
wotsch,
ich
lang
di
nid
a!
–
(schaut
weg
und
schluckt
dreimal
leer)
–
Verfluemeret
troche
han
i
zwar
scho
–
(nähert
sich
wieder
dem
Glas)
–
Isch
es
ächt
de
glych
wi
vorig?
Ich
mags
gar
nid
richtig
schmöcke!
–
(riecht
von
weitem
am
Glas)
–
De
hed
ja
gar
kei
Gschmack!
–
Jäjäjä!
Das
isch
amänd
nur
lötigs
Wasser!
–
Holzmeli,
Holzmeli,
mich
verwütschisch
nid!
–
(riecht
ganz
nah
am
Glas)
–
Moll,
es
isch
doch
richtige!
–
(steckt
die
Zungenspitze
ins
Glas)
–
Nume
dass
i
d’Sorte
weis!
–
(taucht
die
Zunge
nochmals
hinein
und
schlägt
dabei
reflexartig
die
Hände
auf
den
Rücken)
–
Nur
nid
alange!
–
(probiert
so
ein
paar
mal)
–
Isch
es
ächt
Zuger?
–
Oder
ehnder
Baselbieter?
–
Oder
amänd
Mänz-
bärger?
–
(packt
das
Glas
mit
den
Zähnen,
die
Hände
auf
dem
Rücken,
und
trinkt
es
so
leer)
–
Es
isch
doch
Zuger
gsi!
–
(erschrickt)
Läär!
–
Oha!
–
Jetz
mues
i
aber
verdufte.
–
(wankt
zur
Schranktüre,
kehrt
nochmals
um
und
nimmt
die
Banknote)
–
Das
isch
eigentlich
au
mys,
ich
ha
jo
s’Gläsli
gar
nid
a
glanget.
–
(verschwindet im Schrank)
2010: 9 Aufführungen in Lenggenwil
Vollversion mit Chor
Première am 1.
Oktober 2010 in der Mehrzweckhalle Lenggenwil
danach 8 weitere Aufführungen
Inszenierung Peter Bernhardsgrütter
Musikalische Leitung Remo Bernhardsgrütter
Bühnenbild Erhard Schaab
Theater Lenggenwil
Theaterorchester Lenggenwil (5 Personen)
2012: 12 Aufführungen in Erlenbach
Vollversion mit Chor und kleinem Ballett
Première am 14.
Januar 2012 im Erlibacherhof in Erlenbach
danach 11 weitere Aufführungen
Inszenierung Pius und Nathalie Portmann
Musikalische Leitung Jean J. Knutti
Bühnenbild Werner Huggel und Thomas Baumann
Erlibacher Volksbühne
Ad hoc Orchester (5 Personen)
Aufführungsmaterial
Der Theaterverlag Elgg
besitzt seit September 2007 das ausschliessliche Verlagsrecht
sowie die Vergabe des Aufführungsrechts.
Interessierte Theaterensembles wenden sich direkt an den
Theaterverlag Elgg
Solothurnstrasse 54
3303 Jegenstorf
Telefon 031 819 42 09
www.theaterverlage.ch
information@theaterverlage.ch
3 Musterseiten der Partitur
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Peter Tschudi
Geboren
1941,
lebt
in
Zug.
Musikunterricht
für
Konzertzither
bei
Johanna
Schönenberger
in
Zug.
Weiterbildung
für
Klavier
und
Komposition
als
Autodidakt.
Dirigentenkurs
bei
Kapellmeister
Fritz
Kneusslin
in
Zürich.
Komponierte
in
jungen
Jahren
diverse
Lieder,
Musik
zu
den
Theaterstücken
«Drachenbergs
Lager»,
«Frau
Holle»,
«Winkelgässli
7»,
und
die
Musicals
«Lumpazivagabundus»
und
«Fantasia».
Spielte
bei
den
meisten
Aufführungen
seiner
Werke
selbst
mit
und
leitete
diese.
Gründete
und
leitete
während
5
Jahren
das
Theater
in
der
Altstadt
Zug,
eine
Freizeitwerkstatt
für
Jugendliche.
Dirigierte
während
über
14
Jahren
den
Orchesterverein
Baar
(heute
Baarer
Kammerorchester)
und
war
in
jungen
Jahren
Mitglied
der
Zuger
Troubadours.
Übte
seine
musikalischen
Tätigkeiten
jedoch
immer
nebenberuflich
aus,
während
er
vierzig
Jahre
lang
einen
eigenen
Betrieb in der grafischen Branche führte.